Harten, geradlinigen Blues gespielt (27.09.2014)

Ex-„Leningrad-Cowboy" Ben Granfelt

Ben Granfelt-RundschauEiner der führenden Blues-Rock-Gitarristen Europas: Ben Granfelt (rechts) begeisterte mit Marko Karhu & Band in Kommern. Foto: Röder

Er gilt als einer der führenden Blues-Rock-Gitarristen Europas: Ben Granfelt. Mit seiner Band begeisterte der ehemalige „Leningrad-Cowboys"-Musiker die Fans im Kommerner Burghof mit geradlinigem Blues-Rock. Von Kirsten Röder

Kommern. Er gilt als einer der führenden Blues-Rock-Gitarristen Europas: Ben Granfelt. Mit seiner Band begeisterte der Ausnahme-Musiker die Fans im Kommerner Burghof. Meist im roten Licht getaucht, bot die Band geradlinigen begeisternden Blues-Rock. Immer wieder plauderte der Gitarrist aus seinem Musikerleben und der mittlerweile 40-jährigen Karriere.

Handgemachtes wie von der CD

Über die Grenzen seines finnischen Heimatlandes hinaus bekannt wurde er in den 90er Jahren als Mitglied der legendären „Leningrad Cowboys“, eine 13-köpfige Band, die vor allem durch ihre Musikparodien und durch ihre „Einhorn“-Frisuren als Elvis-Presley-Parodie bekannt geworden sind.

Mit der „Total Balalaika Show“ der Cowboys tourte der aus Helsinki stammende Gitarrist durch mehr als 20 Länder. Zeitgleich zu den Leningrad Cowboys veröffentlichte Granfelt weitere Alben unter seinem eigenen Namen oder als Mitglied der Band „Guitar Slingers“. Mit dem Konzert in Kommern feierte Ben Granfelt & Band ein Jubiläum, das vierköpfige Ensemble gründete sich vor 20 Jahren. Zusammen mit Marko Karhu, dem zweiten Leadgitarristen, setzte Granfelt musikalische Akzente. Auf Schlagzeuger Kai Jokiaho musste die Band allerdings an diesem Abend verzichten, er stand mit einem anderen Projekt in Finnland auf der Bühne, doch Risto Rikala ersetzte ihn bravourös, am Bass spielte John Vihervä.

Seit Anfang des Monats touren die Musiker durch Deutschland. Mit im Gepäck hat die Band neue Kompositionen: Zwei Jahre nach der erfolgreichen CD „Melodic Relief“ stellte Granfelt einige Lieder aus seiner aktuellen CD „Handmade“ vor, ein von der Fachpresse hochgelobtes Werk mit gradlinigem Rock bis hin zu packenden Gitarren-Balladen. „,Handmade' heißt sie, weil wir wirklich alles selber spielen, ohne Einspielungen und Programmierungen“, verrät Granfelt den Fans beim Konzert in Kommern.

Die Fans feierten die Musiker begeistert. Trotz des Erfolges suche die Band kleine Bühnen, so Pressesprecher Dr. Manfred Schubert vom Verein „Eifel Kultur“, der die Band verpflichtet hatte. Allerdings hatten sich die Veranstalter mehr als nur 100 Zuhörer erhofft. „Es fehlen immer 20 bis 30 Zuschauer, um finanziell auf eine Null zu kommen.“ Aber der Blues-Rock, der in den 80er/90er Jahren „mainstream“ war, habe heute leider eher „Nischenkategorie“, bedauerte Schubert.

Quelle: Kölnische Rundschau-Ausgabe 29.09.2014 Druckversion

 

Drucken E-Mail

Archiv / Rückblick / Presse