Presse

Im Zug durch die Zeit geflogen (28.10.2016)

CASINO Das "Roberto Morbioli Trio" bot Blues vom Feinsten - Mudra tritt zurück

VON TOM STEINICKE

Foto: SteinickeDer Blues-Musiker Roberto Morbioli spielte mit seiner Band im Euskirchener Casino. Foto: Steinicke Euskirchen. Es war ein besonderes Konzert für Michael Mudra. Der Auftritt des Ensembles "Roberto Morbioli Trio" war das Abschiedskonzert für den Vorsitzenden von "Eifel-Kultur" - jenem Verein, der seit zwölf Jahren hochklassige Musiker in den Kreis holt. "Nach mehr als einem Jahrzent ist es an der Zeit, den Platz für den Nachwuchs freizumachen!, sagt er.

Der Auftritt des charismatischen italienischen Blues-Musikers Roberto Morbioli, der mit Nicolo Tacciori (Schlagzeug) und Paolo Legramandi (Bass) im Euskirchener Casiono auftrat, war eine Art Wunschkonzert für Mudra. "Das ist meine Musik", sagt er mit einem Lächeln. Einen Nachfolger für ihm gebe es noch nicht. Der solle im Idealfall bei der nächsten Mitgliederversammlung im November gefunden werden, so der Noch-Vorsitzende. Einen Rücktritt vom Rücktritt schloss er aus.

Es war abwechslungsreicher Sound, den das Trio auf der Bühne zauberte - vor knapp 100 Zuhörern. Die Italiener, die in den USA bereits zahlreiche Preise einheimst haben, zeigten mit dem Lied "Mother's House", dass sie den akustischen Bluse perfekt beherrschen. Sollten sie auch, denn schließlich heißt das aktuelle Album "Acoustc me". Und so präsentierten die Musiker, die der eine oder andere vielleicht nicht direkt als Blues-Rock bezeichnenwürde, die aber Musik von Herzen war. Allerdings bewiesen Morbioli und Co. im Casino, dass sie den Blues nicht nur im Herzen, sondern auch in den Fingern haben. Der Titel "Train to Tyngsborough" ist eine instrumentale Zugreise, voller Energie und Drive, sanft gespielt. Aber dieser Titel reist irgendwie mit und lässt Bilder im Kopf entstehen. Als Zuhörer fliegt man in diesem Zug durch die Zeit. Der Unterhaltungsfaktor des Trios war während des gut zweistündigen Konzerts unglaublich hoch - irgendwie schade, dass nur recht wenige Besucher Zeugen dieses besonderen Blues-Abend wurden.

Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger, Ausgabe 03.11.2016

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Ein Meister des handgemachten Blues (29.04.2016)

CASINO Zuhöhrer feiern den Gitarristen und Sänger Todd Wolfe und seine Band

VON HUBERT JOST

Todd Wolfe Band Ksta 02.05.16klEuskirchen . Grooviger Blues erfüllte den großen Saal des Casinos. Der aus Manhattan stammende Bluesmusiker Todd Wolfe und seine Band begeisterten die Fans in Euskirchen mit ausdrucksstarker Musik. Die meisten Songs des Abends stammten aus der Feder von Todd Wolfe. Darunter waren bewährte Stücke wie "Day to Day", das mit seinen akustischen Klängen an die Musik von Carlos Santana erinnert, und "Black Heart of Woman".

Mit riesigem Applaus wurde sein neues Werk "Hoodo River" belohnt. Dieses gut acht Minuten lange, genial arrangierte Instrumentalstück bildet auch den Abschluss seiner neuen CD, die er mit etlichen älteren Silberlingen für seine Fans im Gepäck hatte. Ihren großen Respekt vor Größen des Blues wie Muddy Waters, Howlin Wof und Rory Gallagher zeigte die Band, indem sie für das begeisterte Publikum bekannte Stücke dieser alten Meister liebevoll und überzeugend zelebrierte. Begleitet wurde Wolfe von Justine Gardner aus New Jersey (USA) am Bass und Roger Voss aus Pennsylvania am Schlagzeug. Die 28 Jahre junge Bassistin Gardner ist erst seit 2012 Mitglied der Band, dennoch beherrschte sie die hohe Schule des Blues mit unglaublicher Perfektion und Leichtigkeit. Schon seit vielen Jahrzehnten sind Todd Wolfe und seine Musiker auf den großen Bühnen dieser Welt zuhause. Unzählige Male spielte die Band als Support für Blues- und Rocklegenden wie beispielsweise die Rolling Stones, Eric Clapton, Peter Green und Peter Frampton. Oft stand Todd Wolfe auch mit diesen Musikern als Lead- oder Begleitgitarrist auf der Bühne.

Seit 2008 tourt Tedd Wolfe mit seiner Band regelmäßig durch Deutschland, wo er durch seinen Freund Ralf Neumann und dessen Konzertagentur vertreten wird. "Ralf ist frisch verheiratet",  

"Schon seit vielen Jahrzehnten sind Todd Wolfe und seine Musiker auf den großen Bühnen dieser Welt zuhause"

berichtete der sympathische Musiker Todd Wolfe vor dem Konzert leise. Ralf Neumann fügte hinzu, dass der Bluesmusiker bei seiner Hochzeit in Los Angeles sein Trauzeuge war, allerdings sei das bereits 2010 gewesen. In diesem Jahr stand Euskirchen zum ersten Mal auf dem Tourplan der Band. Eingeladen wurde die Todd Wolfe Band von der Eifel Kultur e.V., die an diesem Abend durch Michael Mudra vertreten wurde. www.eifel-kultur.de

Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger, Ausgabe 02.05.2016

 

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Ein musikalisches Vollbad (11.03.2016)

CASINO Die gelungene Darbietung der Johnny Rieger Band brummt im Bauch und vibrierte unter den Füßen

VON CAROLINE BIETZKER

johnny rieger ksta klJohnny Rieger, Michael Jochum und Patrick Morio (v.l.) spielten im Casino Blues-Rock zwischen Tradition und Moderne.        Foto: BietzkerEuskirchen. Laut war es, Sehr laut. Am Freitagabend wackelten im Casino buchstäblich die Wände. Die Johnny Rieger Band bescherte ihrem Publikum Musik als ganzheitliches Erlebnis, das im Bauch brummte und unter den Füßen vibrierte.

Johnny Rieger (Gesang, E-Gitarre), Michael Jochum (Schlagzeug) und Patrick Morio (Bass) boten in den altehrwürdigen Mauern modernen Blues-Rock mit fetzigen traditionellen Wurzeln. Die drei Musiker musste man einfach gerne haben. Das verschmitzte Lächeln Riegers, die offene fröhliche Art von Jochums und die gemütliche Ausstrahlung von Patrick Morio versprühten einen hinreißenden Charme. Da nahm man ihnen auch nicht übel, dass sie gleich zu Beginn die größte Herausforderung junger Blues-Musiker auf den Punkt brachten: "Das Blöde am Blues ist, das die Groupies schon alt sind."

Michael Jochum und Johnny Rieger, beide Anfang 30, lernten die Musik bei ihren Eltern kennen. Damals war dieser Stil sehr populär, heute ist er eher Spartenmusik. "Das Publikum ist nicht mehr so ganz jung", erklärte Michael Jochum, "das muss man sich schon erarbeiten, aber das ist völlig okay."

Wer sich auf das musikalichen Vollbad einließ, konnte erfahren, worum es eigentlich ging. "Blues ist der Prototyp der Musik", so Michael Jochum. Unverfälcht, ohne elektroakustische Tricks richten die drei Musiker den Schwerpunkt auf die emotionale Ausdruckskraft. Die kleine Besetzung ermöglichte ihnen viel Flexibilität und einen Austausch, der jeden Song absolut rund werden ließ.

Johnny Rieger und Michael Jochum machen seit 16 Jahren zusammen Musik und kennen sich diesbezüglich in- und auswendig. Patrick Morio ist seit eineinhalb Jahren dabei, hielt sich in guter alter Bassisten-Manier ruhig und dezent zurück, überließ die Faxen gerne seinen Kollegen, war musikalisch aber absolut präsent.

Die Johnny Rieger Band spielte größtenteil eigene Kompsitionen. Doch auch die Coversongs trugen ihre Handschrift. So erhielt zu Beispiel "Come Together" eine etwas hätere Gangart und war vor allem ein tolles, saftiges Bass-Solo.
Schmusesongs wie "Lucky" erklangen mit äußerst kernigem Grundton und machten vor Ekstasse nicht halt. Die Musiker gaben einfach alles, packten die Zuhörer mit spektakulären Gitarrenriffs, kraftvollem und breit ausladendem Schlagzeug und einem artistischen und zugleich klangvollen Bass.
Raffinierte Rhtythmen gab es in "Easy come", einem rasanten Song, mit dem Johnny Rieger direkt ins Publikum hineinging. Bis zum Schluss konnte die Band dennoch eine gewisse Distanz nicht durchbrechen. Manch einer floh vor den gewaltigen und auch etwas übersteuerten Klängen in den hinteren Teil des Casinos.

Da Konzert am Freitagabend war eine Kooperation vom Casinoverein und dem Verein Eifel-Kultur, der an die Künstler stets hohe Ansprüche stellt und die Band unter zahlreichen Berwerbern ausgewählt hat.

Von der Johnny Rieger Band wird man in der Blues-Szene ganz gewiss noch viel hören. Die dritte CD ist bereits in Arbeit und soll noch in diesm Jahr erscheinen.

Quelle, Kölner Stadt-Anzeiger, Ausgabe 15.03.2016

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Band und Publikum schwebten in eigener Welt (05.06.2015)

BLUES Gitarrist Josh Smith gastierte im Casino

VON HUBERT JOST

Euskirchen. Drei Stunden lang zeigte Josh Smith mit seiner Band den Blues-Fans, das er zu den ganz großen der Szene gehört. Mit Songs wie The Way You Do, Just Kissed My Baby und That Ain't Me zog er die Besucher vom ersten Augenblick fest in seinen Bann. Josh Smith und seine Gitarre bilden beim Konzert eine unzertrennliche Einheit. Man hatte das Gefühl, Smith, seine Band und das Publikum schwebten in einer anderen Welt.

Täglich Konzerte

Schon mit siebzehn Jahren stand der 1990 geborene Gitarrist mit Altmeister BB King auf der Bühne. Seine erste CD nahm er bereits im Alter von 15 Jahren auf. Inzwischen hat er seinen ureigenen Musikstil entwickelt. "Die Musik von Josh ist eine Mischung zwischen Blues, Rock, Country, Jazz und Big Band" erklärte Dr. Manfred Shubert, der den Künstler für Eifelkultur in das alte Casino in Euskirchen eingeladen hatte.

 
Begleitet wurde Josh Smith von Calvin Turner am Bass und Lemar Carter am Schlagzeug. Das Trio war seit vier Wochen in Deutschland unterwegs und hat dabei täglich Konzerte gespielt. Selbstverständlich hatte Smith auch seine aktuelle CD "Over Your Head" im Gepäck, auf der er zu seinen Wurzeln in der Bluesrock-Musik zurückkehrt. Darauf findet man Stücke wie Pusher und First Hand Look. Das Doppelalbum gibt es übrigens auch als gute alte Vinylpressung für den klassichen Plattenteller. www.eifel-kultur.de

Quelle, Kölner Stadt-Anteiger, Ausgabe 08.06.2015

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Botschafter der guten, alten Rockmusik

AUDIOLAW Band will auch junge Menschen für Handgemachtes begeistern

VON CEDERIC ARNDT


Foto: www.eifel-kultur.de, B. Klötzer, 
Original Beitragsfoto
Mechernich-Kommern. Aus seinem Bedauern machte Ralf Thomas, Gitarrist und Sänger der Gruppe "Audiolaw" keinen Hehl: "Spätestens seit der Jahrtausendwende kann man deutlich beobachten, wie die Rockmusil immer mehr an Bedeutung verliert. Der Schwerpunkt verlagert sich zusehens auf elektronisch generierte Klänge und handgemachte Titel geraten in der Hintergrund", sagte er bei einem Konzert im Kommerener Burghof am Freitagabend.

Um diesem Umstand entgegen zuwirken hat sich der gebürtige Mechernicher Ende des vergangenen Jahres mit anderen Größen der rheinischen Musikszene zusammengetan.

Mit Klaus Schnitzler, Marc Ludwigs und Georg Manthey machen sie es sich nun zur Aufgabe, allen Musikfreunden das Rockgenre wieder ins Gedächnis zu rufen. Ihre Zielgruppe beschränkt das Ensemble jedoch nicht auf Menschen, die bereits mit dieser Art Musik aufgewachsen sind. Auch die jüngere Generation soll einen Einblick bekommen, welches Lebensgefühl mit dem Rock im Zusammenhang stehe, so Thomas weiter. "In unserer Jugend war die Welt noch nicht so schnelllebig wie sie heute ist. Wir konnten nicht in wenigen Minuten mit dem Handy eine Musikliste zusammenstellen. Der Besuch im Plattenladen war immer ein Highlight. Wurde man fündig, ging man stolz nach Hause, setzte sich im Halbkreis um die Musikanlage und alles andere war für kurze Zeit vergessen.

Die Besucher im Kommerner Burghof konnten diese Leidenschaft am Freitagabend hautnah miterleben. Zum Reportoire des Auftritts gehörten auch Stücke des bereits im vergangenen Jahr veröffentlichten Albums mit dem Titel "Revolution Everyday" das ausschließlich aus selbstkomponierten Songs mit ebenfalls selbstverfassten Texten des Ensembles besteht. Ein bestimmtes Vorbild für die Entstehung der einzelnen Titel gebe es jedoch nicht, wie Ralf Thomas erläuterte- "Wir lassen uns gleichermaßen von den frühen 1960er Jahren, als auch von modernen Stücken inspirieren. Diese Mischung soll die gesamte Bandbreite dieses großartigen Genres widerspiegeln."

Das Kommerner Publikum im Burghof schien den Musikern am Freitag jedenfalls Recht zu geben. Besonders zu Beginn des Konzerts, das die Band nicht auf der Bühne, sondern mitten unter den Zuschauern präsentierte, war die überspringende Begeisterung deutlich zu spüren.

"Wenn man  diesen Talenten bei ihrer Arbeit zuschaut, ist es mir unverständlich, warum deutsche Musiker im Vergleich zu ihren amerikanischen Kollegen kaum Beachtung in der Szene entgegengebracht wird". sagt Michael Mudra, Mitarbeiter des Eifel-Kultur-Verein und Organisator des Abends. "Vielleicht können diese Jungs das mit ihren Auftritten ändern." Am Freitag, 5.Juni, steht im Alten Casino in Euskirchen bereits das nächste Musikprogram des Eifel-Kultur-Vereins vor der Tür.

Mit dem Gitarristen Josh Smith werden erneut rockige Klänge im Mittelpunkt stehen, diesmal jedoch mit deutlich mehr Blueseinflüssen.

www.eifel-kultur.de
www.audiolaw.de

Quelle, Kölner Stadt-Anzeiger, Ausgabe 20.04.2015,Original Beitragsfoto

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